Frühling2016

Colliepension

Buch1

 

Urteile Kopie02
Urteile Kopie
Nr1

Überschwemmt der Hund das Klo
muss das Herrchen zahlen:
(Landgericht Hannover, 19 S 1986/99).

 Verlässt ein Hundebesitzer für kurze Zeit seine Wohnung
und sperrt er seinen Vierbeiner im Badezimmer ein, so kann
das Herrchen keinen Schadenersatz von seiner Hausratversicherung
verlangen, wenn es dem Hund gelingt, Toilettenpapier ins Klo zu
stopfen und so oft die Spülung zu betätigen, dass die Wohnung
überschwemmt wird

 

 

Besuch mit Hund
darf empfangen werden
AG Rheine, Az.: 4 C 673/03

Wenn im Mietvertrag das Halten von Hunden untersagt ist,
dürfen die Mieter dennoch Besuch mit Hunden empfangen.
Das gilt aber nicht, wenn ein Hund täglich
(im konkreten Fall von 8 bis 17 Uhr während der Arbeitszeit
des Sohnes vom Vater) betreut wird.

 

 

Kein Schadensersatz bei Kratzern

AG Gießen, Az: 47C1200/00

 

Wer einen Bekannten mit einem Hund in sein Haus lässt,
nimmt mögliche Schäden, die der Vierbeiner verursacht,
in Kauf. In diesem Fall lehnte das Amtsgericht Gießen
die Klage einer Frau ab, die von ihrer Bekannten für
die Erneuerung des Bodens 2573 Mark verlangte.
Der Schaden war entstanden, als der Schäferhund eine
Katze entdeckt hatte und zur Terrassentür rannte.
Das Gericht entschied jedoch, in diesem Fall greife
„der Grundsatz eines stillschweigenden Haftungsausschlusses“.
Zum einen seien die Parteien bekannt, zum anderen habe
die Klägerin die Empfindlichkeit ihres Bodens gekannt
und hätte dafür Sorge tragen müssen, den Hund an einem
sicheren Ort im Haus unterzubringen.

 

 

Hundebalgerei:
 Mitgehangen - Mitgefangen
Oberlandesgericht Oldenburg, Az.: 11 U 79/01

Kommt ein Mensch zu Fall, weil mehrere Hunde im Spiel
auf ihn zulaufen, haftet jeder Halter der beteiligten Hunde
für den entstandenen Schaden, ohne dass es darauf ankäme,
welcher Hund konkret den Sturz verursacht hat. Denn die
Frage, welcher Hund die Person umgeworfen hat, oder ob
diese bei einem Ausweichmanöver gestürzt ist, spielt für die
Haftungsfrage keine Rolle, weil beide Hunde durch das
 gegenseitige Anstacheln zu der riskanten Situation
beigetragen haben. Da im Übrigen die Laufrichtung solcherart
 tobender Hunde nicht sicher vorhergesagt werden könne, haften
die Halter auch dann, wenn sich ein Fußgänger angesichts
der heranstürmenden Hunde verschätzt und bei einer
Ausweichbewegung zu Fall kommt, ohne dass ihn einer der
Hunde anstößt.

 

 

Verantwortung für
gemeinsamen Hund
Landgericht Osnabrück, Az.: 12 S 516/97

Lebt der Hund der Ehefrau seit Jahren im gemeinsamen Haushalt
der Eheleute, ist auch der Ehemann als Hundehalter anzusehen,
jedenfalls, wenn der Ehemann für den Hund eine
Haftpflichtversicherung auf seinen Namen abgeschlossen hat.
Dies hat zur Folge, dass der Ehemann für vom Hund angerichtete
Schäden haften muss. Diese grundsätzliche Haftung wird
auch nicht dadurch ausgeschlossen, dass der Hund zur Zucht
eingesetzt oder gelegentlich auf Ausstellungen prämiert wurde.
Hierdurch liegt noch keine Hundehaltung zu Erwerbszwecken
vor, mit der Folge, dass sich der Hundehalter für das Verhalten
seines Tieres entlasten könnte.

 

 

Aus Gefälligkeit den Hund ausgeführt
Oberlandesgericht Stuttgart, Az.: 2 U 213/01

Das Ausführen eines Hundes von Nachbarn aus Gefälligkeit stellt eine in der gesetzlichen Unfallversicherung versicherte Tätigkeit dar, sodass bei einer Schädigung des Ausführenden durch ein Verhalten des Hundes die Haftung des Halters ausgeschlossen ist. Für die Verletzungsfolgen muss ausschließlich die gesetzliche Unfallversicherung aufkommen. Diese bezahlt zwar die Heilungskosten, nicht aber ein Schmerzensgeld. Im vorliegenden Fall führte die Geschädigte den Hund der Nachbarn an einer automatischen Aufrollleine aus. Ohne diese zu arretieren, ging sie aus dem Haus. Als der Hund nun plötzlich loslief, rollte sich die Leine automatisch aus und riss die Frau, die sich dabei verletzte, zu Boden.

 

 

Auffahrunfall
durch Hund auf der Straße
Landgericht München I, Az.: 19 S 16841/01

Reißt sich ein Hund von der Leine los und springt er dann plötzlich auf die Straße, so verwirklicht sich hier die typische Tiergefahr, indem ein Autofahrer eine Vollbremsung zur Rettung des Tieres einleitet, hierdurch aber einen Auffahrunfall riskiert. In einem solchen Fall haftet der Hundehalter für den Schaden des auffahrenden Pkw zu zwei Drittel. Da der Fahrzeugführer den Hund am Straßenrand hätte sehen können und hierauf mit erhöhter Alarmbereitschaft hätte regieren müssen, haftet er selbst zu einem Drittel. Der Einwand des Hundehalters, dass das Hundehalsband gerissen sei, entlastet diesen nicht. Denn der Hundehalter hätte durch ein festeres Halsband dieses Risiko ausschließen können oder aber er hätte nicht in der Nähe von verkehrsreichen Straßen seinen Hund ausführen dürfen.

 

 

Tierschutzverein haftet nur bedingt
Amtsgericht Duisburg, Az.: 49 C 399/98

Ein Tierschutzverein, der einen ausgesetzten Hund zur Weitervermittlung aufgenommen hat, wird im Sinne des Gesetzes Tierhalter. Damit haftet der Tierschutzverein auch für Schäden, die dieser Hund anrichtet (§ 833 BGB). Weisen aber Mitarbeiter des Tierschutzvereines den Interessenten darauf hin, dass dieser Hund schwierig sei, und greift dieser gleichwohl unvermittelt zum Kopf des Tieres, worauf der Hund zuschnappt, so tritt die Haftung des Tierschutzvereines zurück, weil das Eigenverschulden des Geschädigten erheblich höher zu bewerten ist. Gerade bei ausgesetzten Tieren muss man generell davon ausgehen, dass solche Tiere schwieriger sind als vom Züchter abgegebene Tiere. Wer sich auf solche Umstände nicht einstellt, setzt sich der Gefahr bewusst aus und hat keinen Anspruch auf Schadensersatz.

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